Tierische Helden: Francis, Miss Maple und co.

Kater Francis ist für viele Leser ein alter Bekannter, ebenso das Schaf Miss Maple. Tierische Protagonisten sind gar nicht so ungewöhnlich wie man auf den ersten Blick denken mag. Aber was fasziniert Autoren und Leser so sehr an den vierbeinigen Helden?

Fabeln: Tiere statt Menschen

Fabeln sind zwar keine Romane, aber gerade hier finden sich tierische Protagonisten. Hier werden den tierischen (oder pflanzlichen) Protagonisten bestimmte Eigenschaften zugeordnet und dadurch Stereotypen erschaffen: der schlaue Fuchs, der feige Hase, der störrische Esel und der starke und königliche Löwe sind bekannt.
Dass die Figuren der Fabeln Tiere sind, liegt darin begründet, dass mit Fabeln die menschliche Gesellschaft kritisiert werden sollte, die Verfasser aber nicht von den kritisierten Personen für die Kritik belangt werden wollten. Es ging also nicht darum, Tiere als komplexe Charaktere einzusetzen, durch deren Augen der Leser die Welt sieht, sondern unter dem Deckmantel der tierischen Charaktere Kritik an der realen Welt zu üben.

Tierische Helden lösen Kriminalfälle

In den tatsächlichen Romanen mit tierischen Protagonisten kann man grob unterscheiden, ob die Tiere sich mit Kriminalfällen der Menschen auseinandersetzen oder ob sie sich um ihre eigenen Probleme innerhalb ihrer tierischen Umwelt kümmern.

tierische Helden - SchafGerade im Fall von Kriminalfällen kann eine gute Umsetzung sehr spannend sein, da die Tiere einerseits von ihren Sinnen wie einem guten Geruchssinn und ihrem tierischen Dasein profitieren, andererseits aber keine Handhabe gegen Verbrecher haben, wenn sie ihnen auf die Schliche gekommen sind. Tierische Helden stehen so vor ganz eigenen Herausforderungen. Denn kaum ein Verbrecher würde sich darum kümmern, ob er von einer Katze oder einem Hund beim Verbrechen beobachtet wird, allerdings können diese sich nicht artikuliert mitteilen und müssen ganz eigene Wege finden, um ihr Wissen bekannt zu machen.
Das Schaf Miss Maple aus Glennkill ist ein Beispiel für einen solchen tierischen Detektiv, der den Mord an dem Schäfer aufklären will.

In den Büchern, in denen sich die Protagonisten um ihre eigene Welt kümmern, bieten auf der anderen Seite Raum, den Leser in die Verhaltensweisen der jeweiligen Art einzuführen, wenn auch auf eine vermenschlichte Weise. Warriorcats oder Wolfsaga sind Beispiele dafür. Der Leser wird mitgenommen in eine Welt, die er bisher nicht kannte, und kann sie mit neuen Augen kennenlernen.

tierische Helden - KatzeNatürlich gibt es hier keine absolut klaren Grenzen – die Bücher um Kater Francis (z.B. Felidae) befinden sich irgendwo zwischen diesen beiden Themen. Francis schlägt sich hauptsächlich mit seinen eigenen Artgenossen und Morden an Katzen herum, allerdings geht dies zu sehr großen Teilen auch von Menschen aus, weshalb er auch in diese Richtung ermitteln muss. Ein Bonus bei Francis sind die vielen Informationen über Katzen, die man am Ende jedes Buches bekommt und auf die in entsprechenden Textstellen verwiesen wird.

Der Unterschied von Tier und Mensch

FabeltiereEs ist offensichtlich, dass es zwischen tierischen und menschlichen Protagonisten eklatante Unterschiede gibt und gerade diese den Reiz an Tieren ausmachen. Oben sind bereits ein paar aufgeführt: Tiere haben oftmals eine komplett unterschiedliche Sinneswahrnehmung als wir. Sie riechen besser, hören genauer und können im Falle von Katzen z.B. im Dunkeln sehen. Dazu können sie ohne Bedenken Gespräche belausche, da sie vollkommen unverdächtig sind, was für jeden Ermittler ein absoluter Traum wäre. Ähnlich wie mit Superkräften von Helden bieten tierische Protagonisten den Anreiz für „Was wäre, wenn ich das könnte“ Tagträume.

Sehr wichtig ist dabei, dass der Autor die Besonderheiten der Tiere sorgfältig umsetzt. Wenn aus einer Beschreibung nur deutlich wird, dass es sich bei dem Protagonisten um einen Hund handelt, wenn es direkt im Text gesagt wird, geht die Faszination am Besonderen schnell verloren.

Habt Ihr schon gute (oder auch weniger gute) Bücher mit tierischen Protagonisten gelesen? Wenn ja, was könnt Ihr darüber erzählen?

photo credit: Lend a girl some floss won’t ewe! by John Haslam via photopin cc
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photo credit: F.B. (pg 96), No 3056, page 12 by Brendan Riley via photopin cc

Frauke Bitomsky

Frauke Bitomsky ist Teil des Teams von Liber Laetitia. Wir zeigen Autoren, wie sie sich und ihre Bücher effektiv, zeitsparend und rechtssicher im Social Web präsentieren können.

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