Kurzgeschichten schreiben: Ein paar gute Tipps

Ob Hausaufgabe, privat für sich selbst oder für eine große Leserschaft: Viele Menschen wollen Kurzgeschichten schreiben. Auf den ersten Blick eine einfache Aufgabe, immerhin sind Kurzgeschichten viel kürzer als lange Romanprojekte und folglich auch einfacher zu schreiben, nicht wahr?

Nicht ganz, denn um gute Kurzgeschichten schreiben zu können, muss der Autor einige Regeln beachten. Damit deine Kurzgeschichte auch gelingt, haben wir einige Tipps für Dich zusammengetragen.

Was genau ist eine Kurzgeschichte?

Jeder kann Kurzgeschichten schreibenEhe du Kurzgeschichten schreiben kannst, musst du wissen, was genau eine Kurzgeschichte ausmacht. Leider gibt es keine eindeutige Definition, da Kurzgeschichten sich insbesondere im Kontrast zu anderen Literaturgattungen definieren, also über das, was sie nicht sind. Da es sie in allen möglichen Genres gibt, gelten ganz unterschiedliche genrespezifische Regeln dafür. Der Begriff selbst ist eine Übersetzung aus dem Englischen („Short Story“), die sich aber von dem unterscheiden, was wir als Kurzgeschichten verstehen.

Kreuzfahrtschiffe auf La Palma

Eins ist aber offensichtlich: Eine Kurzgeschichte ist kurz. Als Daumenregeln gelten 1.000 bis 20.000 Worte, wobei 20.000 schon das Maximum ist. Typischer sind etwa 2.000 bis 5.000 Worte.

Grundregeln zum Kurzgeschichten Schreiben

Beim Kurzgeschichten schreiben gelten grundlegend dieselben Regeln, die immer für gute Geschichten gelten: Es gibt einen Protagonisten, einen Konflikt mit dem dieser konfrontiert wird, eine Handlung und einen Spannungsbogen. Am Ende der Entwicklungen hat sich etwas verändert, das heißt der Protagonist ist nicht mehr derselbe wie zu Beginn der Geschichte.

Darüber hinaus wird alles eingedampft und konzentriert, was in Romanen Platz findet. Wenn du Kurzgeschichten schreiben willst, beschränke dich auf eine Hauptperson, einen Plot und wenige Handlungsorte. Für zu viele Nebenpersonen, Subplots, Hintergrundgeschichten und Perspektivwechsel fehlt dir schlichtweg der Platz.

Der Unterschied zwischen einer Kurzgeschichte und einem Roman ist ähnlich wie der zwischen Twitter und einem Blog: Bei Twitter bist du gezwungen, dich auf 140 Zeichen zu beschränken, während du in deinem Blog Artikel mit mehreren hundert oder sogar tausend Wörtern veröffentlichen kannst. Beim Kurzgeschichten schreiben kommt es also darauf an, dass du dich vollständig auf die Kernelemente deiner Geschichte konzentrierst und alles weg lässt, was für diese nicht wirklich nötig ist.

Kurzgeschichten schreiben im richtigen Stil

Wenn du dich so kurzfassen musst, musst du keinen wertvollen Platz mit einer langen Einleitung verschwenden. Stoße den Leser direkt ins Geschehen. Wenn du auf eine Einleitung nicht verzichten kannst, beschränke dich auf wenige Sätze und halte sie so knapp wie möglich.
Ein häufiges Thema für Kurzgeschichten ist eine Alltagssituation der Hauptfigur. Für langwierige Entwicklungen und komplexe Handlungen fehlt der Platz. Das heißt aber nicht, dass diese Situationen trivial sind – ganz im Gegenteil. Auch in Kurzgeschichten brauchst du einen Konflikt, der die Hauptfigur beschäftigt und wirklich berührt.

Der Protagonist wird nicht so gründlich wie in einem Roman von allen Seiten beleuchtet. Das heißt natürlich nicht, dass oberflächliche Klischee-Charaktere für Kurzgeschichten ausreichen. Aber bei vielleicht 5.000 Wörtern fehlen die Gelegenheiten, dem Leser alle Charaktereigenschaften und Marotten des Protagonisten vorzuführen. Beschränke dich auch hier insbesondere auf prägnante Eigenschaften und runde das Bild mit gezielt eingesetzten Besonderheiten ab.

Noch wichtiger als in einem Roman ist die Regel „Show, don’t tell“, wenn du Kurzgeschichten schreiben willst. Wegen der Kürze liegt auf jedem Wort noch mehr Gewicht. Denn da, wo man es in einem Roman verzeiht, wenn ein oder zwei Seiten einmal etwas langweilig sind, wird kaum ein Leser eine Kurzgeschichte lesen, die ihn nach der Hälfte immer noch nicht packt. Zudem hast du keinen Platz für langweilige Auflistungen von Charaktereigenschaften. Statt zu beschreiben, dass der Protagonist oft sehr aggressiv ist, lasse ihn einfach oft aggressiv (re)agieren. Deine Leser werden das verstehen.

Wenn dich jetzt das Schreibfieber gepackt hat, aber du noch nicht genau weißt, wie du anfangen sollst, findest du hier eine sehr gute Hilfestellung von Marcus Johanus, der dich Schritt für Schritt von der ersten Idee bis hin zum fertigen Plan für die Geschichte führt.

photo credit: writing a short story by julio.garciah via photopin licence

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Frauke Bitomsky ist Teil des Teams von Liber Laetitia. Wir zeigen Autoren, wie sie sich und ihre Bücher effektiv, zeitsparend und rechtssicher im Social Web präsentieren können.